24 Okt 2008

Die Zentralität des Kreuzes

Erstellt von Matthias Viraureus

(von James M. Boice, englisches Orginal hier )

… wenn der Tod Christi am Kreuz der wahre Sinn der Menschwerdung ist, dann gibt es keine Evangelium ohne das Kreuz. Weihnachten alleine ist kein Evangelium. Das Leben Christi ist kein Evangelium. Sogar die Auferstehung, so wichtig sie im Bezug auf den gesamten Plan ist, ist alleine betrachtet kein Evangelium. Denn die gute Nachricht besteht weder alleine darin, dass Gott Mensch wurde, noch darin, dass Gott gesprochen hat um die richtige Lebensweise zu offenbaren, oder dass der Tod, der größte Feind, besiegt ist.

Vielmehr ist das die gute Nachricht, dass das Problem der Sünde gelöst worden ist (wovon die Auferstehung ein Beweis ist); dass Jesus die Strafe der Sünde für uns, als unser Stellvertreter, erlitten hat, sodass wir sie deshalb nicht mehr erleiden müssen; und dass sich deshalb alle, die an Ihn glauben, auf den Himmel freuen können.

Das Leben und die Lehren Christi nachzuahmen ist nur denen möglich, die durch den Glauben an Jesus als ihren Stellvertreter in eine neue Beziehung mit Gott treten. Die Auferstehung ist nicht lediglich ein Sieg über den Tod (obwohl sie das auch ist), sondern ein Beweis, dass das Sühneopfer in den Augen des Vaters zufriedenstellend war (Röm 4,25); und dass der Tod, die Folge der Sünde, auf dieser Grundlage abgeschafft ist.

Jedes Evangelium, das ohne das Sühneopfer nur von dem „Christus-Ereignis“ (gemeint ist die Menschwerdung) spricht ist ein falsches Evangelium. Jedes Evangelium, das über die Liebe Gottes spricht, ohne klarzumachen, dass seine Liebe Ihn dazu veranlasst hat in der Person seines Sohnes am Kreuz den äußersten Preis für die Sünde zu zahlen, ist ein falsches Evangelium. Das einzig wahre Evangelium handelt von dem „einen Mittler“ (1.Tim 2,5-6), der sich selbst für uns dahingab.

Schließlich kann es, genauso wie es kein Evangelium ohne das Sühneopfer als Grund der Menschwerdung geben kann, auch kein christliches Leben abseits davon geben. Ohne das Sühneopfer wird die Botschaft von der Menschwerdung leicht zu einer Art den Menschen zu vergöttern und führt zu Arroganz und Streben nach Selbst-Verwirklichung.

Mit dem Sühneopfer ist die wahre Botschaft des Lebens Christi, und deshalb auch des Lebens eines Christen, Demut und Selbstaufopferung für die offensichtlichen Nöte anderer. Das christliche Leben bedeutet nicht Gleichgültigkeit gegenüber den Hungrigen, Kranken und denen, die an einem anderen Mangel leiden. Es bedeutet nicht Zufriedenheit mit unserem eigenen Überfluss, auch nicht den Reichtum eines bürgerlichen Lebens mit Heim, Autos, Kleider und Urlaub, auch nicht den Reichtum an Bildung oder auch den geistlichen Reichtum guter Gemeinden, Bibeln, biblische Lehre oder christliche Freunde und Bekannte. Vielmehr ist es das Bewusstsein, dass andere diese Dinge nicht haben und dass wir deshalb viele unserer eigenen Interessen opfern müssen um uns mit ihnen zu identifizieren und sie so immer mehr in den Reichtum hinein zu bringen, den wir genießen… Wir werden nur dann völlig für Christus leben, wenn wir bereit sind, wenn nötig, am Hungertuch zu nagen, damit anderen geholfen werden kann.

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