17 Okt 2008
Goldsworthy über das Evangelium
In seinem äußerst lesenswerten Buch zur Hermeneutik (“Gospel-Centered Hermeneutics”) skizziert Graeme Goldsworthy das christliche Evangelium folgendermaßen:
“Das Evangelium ist das Ereignis (oder die Verkündigung dieses Ereignisses) Jesu Christi, das mit seiner Fleischwerdung und seinem frühen Leben beginnt und mit seinem Tod, seiner Auferstehung und Auffahrt zur Rechten des Vaters zum Abschluss kommt. Das historische Ereignis wird von Gott als sein vorher bestimmtes “Programm” zur Erlösung der Welt interpretiert.” (S. 58)
Auf diese Definition Bezug nehmend gibt er seinen Lesern eine wichtige Warnung mit. Es ist für die treue Predigt des Evangeliums unerlässlich, zwischen dem Evangelium an sich, und den Dingen, die damit verbunden sind zu unterscheiden. Andernfalls kann es zu “theologischen, hermeneutischen und spirituellen Verwirrungen” kommen. Als solche Dinge führt er z.B. an:
- die Notwendigkeit des Evangeliums (Sünde & Gericht)
- die Mittel zum Empfan der Segnungen (Glaube und Umkehr)
- die Früchte des Evangeliums (Wiedergeburt, Bekehrung usw.)
- und die Folgen der Ablehnung (Zorn, Gericht, Hölle).
Diese Dinge sind nicht das Evangelium, weil sie nur in zweiter Linie damit zu tun haben, was Gott vor zweitausend Jahren in und durch Jesus getan hat. Ausdrücke wie “Lebe das Evangelium!” sind deshalb fehl am Platze. Wir können das Evangelium nur glauben, es verkündigen und versuchen in Übereinstimmung damit zu leben.
Das Evangelium ist ein “ein-für-allemal vollendetes und vollkommenes Werk, das für uns von einem Anderen getan wurde.”

