4 Okt 2008
Witsius I.1.: Über göttliche Bündnisse im Allgemeinen
Beim allgemeinen Studium der göttlichen Bündnisse ist das Ziel, Gottes Heilsplan, wie er sich in der Geschichte entfaltet zu verstehen. Es geht um die ewige Errettung, die Antwort auf die Frage: „Wie kann ein sündiger Mensch zu Gott kommen? (2.Mose 3,5).
Wenn jemand die heiligen Geheimnisse um die Göttlichen Bündnisse herum verletzt, wird das Mittel, durch das die Menschen gerettet werden verdreht (Mt 5,19).
In der Schrift übersetzt „Bund“ den hebräischen Ausdruck „berith“. Er kann verschiedene Bedeutungen haben, wie z.B.:
- Ein unveränderliches Gesetz über eine bestimmte Sache (Jer 33,20).
- Ein Testament, das nicht verändert werden kann (Hebr 9,15-17).
- eine zuverlässige und beständige Verheißung, aber nicht beidseitig (es sind nicht zwei Parteien beteiligt, sondern nur Gott)
- ein Gebot (Jer 34,13-14)
- eine allgemeine Regel oder ein Statut
- eine beidseitige Übereinkunft zwischen Parteien, über eine bestimmte Sache (1.Mose 14,13).
Gottes Bund mit den Menschen darf als ein Bund zwischen Gott und Mensch gesehen werden. Er ist eine Übereinkunft (ein Pakt, ein Abkommen) zwischen Gott und Mensch über die Art und Weise, wie der Mensch vollkommene Seligkeit erlangen kann. Dies schließt eine Androhung ewigen Verderbens mit ein, womit derjenige, der die auf diese Weise angebotene Seligkeit verachtet, bestraft werden muss (so definiert es Witsius).
Im Hebräischen heißt es „einen Bund schneiden“ oder „einen Bund schlagen“ (vgl. „zerteilen“ in 1.Mose 15,10).
Im Griechischen werden diese hebräischen Gedanken mit dem Word „διαθήκη“ weitergeführt.
Ein Bund besteht aus drei Bestandteilen:
- ein Zusage Ewigen Lebens
- eine Festlegung der Bedingungen, wie diese Zusage erreicht werden kann
- die Strafandrohung gegen diejenigen, welche die Bedingungen des Bundes übertreten
Gott verlangt die vollständige Heiligung der Parteien, die am Bund beteiligt sind, andernfalls droht er Strafe an. Der Bund war auch keine Option für den Menschen
In der Schrift gibt es zwei Bündnisse zwischen Gott und Mensch: Der Bund der Werke („Tu dies und lebe…“) und der Bund der Gnade. Es gibt Änlichkeiten zwischen den beiden Bündnissen:
Im Bund der Werke: Gott offenbart sich als das gütigste Wesen und als oberster Gesetzgeber, der sich danach sehnt, die Menschen an seinem ewigen Glück teilhaben zu lassen.
Im Bund der Gnade: Er ist dem erwählten Sünder unendlich gnädig. Während es im Bund der Gnade einen Mittler gibt, gibt es im Bund der Werke keinen.

