16 Okt 2008

Witsius I.6: Über die Sakramente im Bund der Werke.

Erstellt von Matthias Viraureus

Im Bund der Werke gab es Sakramente. Sie waren sichtbare Verkündigungen des Bundes. Täglich nahm Adam das Sakrament mit den Augen wahr und erinnert sich so an die Verheißungen und Drohungen, die ihm gegeben wurden.

Sakramente sind dazu da unseren Glauben in Gottes Verheißungen zu stärken und zu bestätigen (Hebr 6,17-18). Sie sind auch ein Vorgeschmack auf die ewigen Segnungen. Diese ewigen Segnungen werden ohne äußerliche Zeichen sein, und einfach die Dinge selbst umfassen, die zu dieser Zeit mit den geringeren Gegenständen versinnbildlicht werden. Jetzt aber müssen wir die Sakramente gebrauchen um unseren Glauben zu stärken, denn sie erinnern uns an unsere Pflicht Gott gegenüber.

Sie helfen uns daran zu denken, wie wir an diesen Bundes-Gott gebunden sind und halten uns in einem gewissen Grad davon ab zu sündigen.

Die Sakramente im Bund der Werke sind

  • das Paradies
  • der Baum des Lebens
  • der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse
  • der Sabbat.

Das Paradies war der Garten, den Gott gepflanzt hatte und dem Menschen geben hatte, damit sich dieser als Verwalter um ihn kümmert. Das Paradies versinnbildlicht den Himmel (Lk 23,43; 2.Kor 12,4; 1.Mo 3,10, Offb 22,1; 1.Mo 2,12; Offb 21,27). Es erinnerte Adam daran, dass er produktiv sein soll. Als Pfand für den Himmel, musste Adam diesen Ort beständig pflegen. Seine Aufgabe war es das Heiligtum Gottes rein und heilig zu halten, sodann Gott kommen konnte und in der Gemeinschaft mit Adam bildlich “von seinen Früchten” essen konnte (Hl 4,16).

Der Baum des Lebens versinnbildlichte den Sohn Gottes, der die Quelle des Lebens in allen Bündnissen ist. Es war das Zeichen der Bundesverheißung, des ewigen Lebens. Adam wurde von diesem Zeichen abgeschnitten, als er aus dem Garten vertrieben wurde. Dieses Abgeschnitten-sein zeigte, dass ein Mittler notwendig war, um wieder zurück zu dem Baum zu gelangen. Es war ein heiliges Beispiel – denn “Die Frucht der Gerechtigkeit ist ein Baum des Lebens” (Spr 11,30).

Der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse versinnbildlichte die Verheißung und den Fluch des Bundes. Er stand da als eine Erinnerung an unsere Pflicht gegenüber Gott. Adam sollte das höchste Gut begehren: Gott. Er sollte nicht nach dem streben, was nur für den Körper angenehm ist. Gottes Norm ist die höchste Autorität für den Menschen. Adam hätte sie befolgen sollen, wofür der Baum ein Zeichen war. Hätte er gehorcht, wäre er in seiner Probezeit zur Erkenntnis des Guten gekommen, zu dem er berufen war, und hätte eine natürliches Verlangen nach “ewigem Leben und vollendeter Seligkeit” gehabt.

Leave a Reply

Message: