6 Okt 2008

Witsius I.2.: Über die Parteien, die sich im Bund der Werke gegenseitig verpflichten

Erstellt von Matthias Viraureus

Eden

Die beiden Parteien, die sich im Bund der Werke verpflichten sind Gott und Mensch. In diesem Bund erfüllt Adam eine zweifache Funktion, zum einen als Mensch und zum anderen als Stellvertreter aller Menschen. Er ist ein Geschöpf mit einer vernünftigen Seele, der sowohl die Fähigkeit zur gegenseitigen Beziehung innewohnt als auch das Vermögen vollkommen zu Handeln: mit Erkenntnis, Gerechtigkeit und Heiligkeit. Das volle Ausmaß des “Bildes Gottes“, in dem Adam geschaffen wurde besteht in drei Teilen:

  1. Vorrangig besteht es in der geistlichen und unsterblichen Natur der Seele, in der Fähigkeit zu verstehen und seinem Willen;
  2. Formell und prinzipiell in den Begabungen oder Eigenschaften der Seele: Gerechtigkeit und Heiligkeit;
  3. Folglich in der Unsterblichkeit des ganzen Menschen, und seiner Herrschaft über die Geschöpfe.

Wie die gesamte Geschichte beweist war er, als Haupt und Ursprung, oder Stellvertreter der Menschheit der Erste, dem die Schöpfungsverordnungen und das Schöpfungsmandat mitgeteilt wurden.


Gott ist darin gerecht, die Welt auf diese Weise, durch den Bund mit Adam im Garten zu regieren. Niemand hätte sich beschweren können, wenn Adam gehorsam gewesen wäre. Oft beschweren sich Leute: Es sei nicht fair, weil sie nicht dort waren und an dessen Stelle vielleicht erfolgreich gewesen wären. Es kann jedoch niemand behaupten, er hätte es besser machen können. Weil jetzt alle gefallen sind, denken sie in einem gefallenen Zustand. Sie meinen, sie hätten besser gehandelt als ein perfekter Mensch, der keine Sünde hatte.

In Adam hat aber jeder persönlich gesündigt.
In Adam hat jeder gesündigt, wie wenn er da gewesen wäre.

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