7 Nov 2008

Witsius II.5: Über die Bürgschaft und Genugtuung Christi.

Erstellt von Matthias Viraureus

Jesus Christus wird unser “Bürge” genannt weil er für uns Genugtuung gegenüber Gott erreicht hat. Die Socianer definieren Genugtuung als “einseitige Genugtuung”, wo der Mensch den Rest der Geschichte zu Ende bringen muss. Die biblische Definition von Genugtuung ist eine vollständige Genugtuung.

Christus konnte, ohne Verletzung oder Ungnade gegen sich selber, die Genugtuung vor Gott für uns leisten. Er war der Herr seines Lebens, fähig sein Leben für andere niederzulegen (Joh 10,18). Als der Gott-Mensch konnte er die Strafe ertragen und einen Gehorsam von solchem Wert leisten, der sogar den Gehorsam aller Erwählten übersteigt. Sein Leben und Sterben zeigte eine unbegreifliche Liebe für Gott und Menschen. Seine Annahme der menschlichen Natur verletzte seine Göttlichkeit nicht, denn er hörte nicht auf Gott zu sein.

Gott der Vater konnte die Genugtuung Christi annehmen, weil sie den Charakter und das Wesen Gottes zufrieden stellte. Sie tat auch der Wahrheit Gottes, der Güte Gottes, der Gerechtigkeit Gottes und der Heiligkeit Gottes genüge, denn sie zeigte die Herrlichkeit Gottes.

Die Beziehung zwischen der Bürgschaft Christi und dem Gesetz ist auch eine wichtige Beobachtung. Das Gesetz wurde in keiner weise aufgelöst oder beeinträchtigt. Das Gesetz sagt, dass vollkommener Gehorsam erforderlich ist, um Ewiges Leben zu erhalten und dass jeder Sünder, der nicht gerettet wird den Ewigen Tod erleidet. Das Gesetz fordert nicht, dass die selbe Person, die gerettet werden soll auch den vollkommenen Gehorsam leisten, bzw. die Strafe ertragen muss. Das Gesetz sagt nicht, dass die Strafe unendlich in Bezug auf die Dauer sein muss. Es wurde durch Christus völlig befriedigt (Röm 8,4; Jes 53,2; Joh 8,29+46). Es war von Gott nicht ungerecht Christus an unserer Stelle zu bestrafen, denn er kann die Strafe für Sünde auf Christus legen und Jesus legte freiwillig sein Leben für unsere Sünden nieder. Wir müssen uns daran erinnern, dass Gott derjenige ist, der festlegt was gerecht ist und nicht unser kluger Verstand.

Der Gehorsam Christi war für unser eigenes Wohl. Seine Wunder bewiesen die Wahrhaftigkeit Seiner Botschaft. Sein heiliges Leben war ein Beispiel für uns (1.Petr 2,21). Es weist auf den Weg zum Himmel (Hebr 12,14). Der Gehorsam Christi wurde von Ihm an unserer Stelle geleistet, damit wir Ewiges Leben erhalten können (Röm 5,16-19), ausreichend für alle. Seine Göttlichkeit macht seinen Gehorsam zu unschätzbarem Wert für die Erwählten. Seine Menschlichkeit machte es Ihm möglich an unserer Stelle zu gehorchen. Es muss jedoch bemerkt werden, dass der Gehorsam Christi unsere Verantwortung das Gesetz zu halten nicht aufhebt.

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