10 Nov 2008

Witsius II.6: Welche Leiden Christi für Genugtuung sorgten.

Erstellt von Matthias Viraureus

Alle Leiden Christi während seiner Erniedrigung sind genugtuend für die Erwählten vor dem Richterstuhl Gottes. Die Schrift spricht von den genugtuenden Leiden Christi im Allgemeinen (Jes 53,1-7; Hebr 2,10; 5,8-9; 1.Petr 2,21). Der Tod Christi selber wird als Teil der Genugtuung gesehen (Jes 53,10; Mt 20,18; Joh 10,15; 1.Petr 3,18; Kol 1,21-22; Röm 5,10; Hebr 9,15; Röm 8,34). Dies wird als typologisches Argument bezeichnet, denn bildliche Genugtuung wurde durch das Vergießen von Blut eines Tieres erreicht. Dabei wurde die Trennung von Körper und Seele (Hebr 10,20) erforderlich. Der Schleier (der Körper Christi) musste vermietet werden, was bei seinem Kreuzestod geschah. Die körperlichen Leiden Christi (z.B. seine Geiselung) werden als Teil der Genugtuung gerechnet (Jes 53,5; 1.Petr 2,24). Die Leiden Christi im Garten Gethsemane werden auch als Teil seiner Genugtuung gesehen. Hierzu muss bemerkt werden, dass Seine Leiden die Gerechtigkeit Gottes verletzen würden, wenn sie nicht an unserer Stelle ertragen wurden.

Manche meinen, dass nicht alle Leiden Christi eine genugtuende Wirkung hatten. Diesen Argumenten entgegnet Witsius jedoch mit der Schrift. Er sagt, dass der Tod Christi die Vollendung seiner ganzen Leiden war. Christus war immer ein Priester und Mittler (Lk 2,49). Seit seiner Geburt, obwohl er nicht bis zu seinem dreißigsten Lebensjahr öffentlich auftrat. Die Gabe Christi wurde am Kreuz vollendet, er war aber schon zuvor das Lamm Gottes, dass der Welt Sünde trägt. Wenn man den Argumenten der Gegner folgt, hätte Jesus im Alter von einem Jahr sterben müssen. ( Außerdem bezieht sich das Jahr auf die Leviten, nicht auf die Priester.)

Jesus war immer noch der Geliebte Sohn Gottes, auch als er am Kreuz hing. Auch die Bekenntnisse und Katechismen lehren dies.

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