16 Nov 2008

Witsius II.8: Über die Notwendigkeit der Genugtuung Christi.

Erstellt von Matthias Viraureus

War Christi Genugtuung notwendig oder hätte es auch auf einem anderen Weg funktioniert? Bei dieser Streitfrage geht es nicht die absolute Macht Gottes. Wir dürfen nicht fragen, ob es Gott in seiner Macht möglich gewesen wäre die Menschen auch auf andere Weise zu retten. Damit würde man die göttliche Offenbarung verwerfen. Gott kann nur das tun, was auch in Übereinstimmung mit seiner Heiligkeit, Gerechtigkeit, Wahrheit und im Einklang mit seinen restlichen Eigenschaften steht.

Worum es eigentlich geht ist die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Geschah die Genugtuung Christi für die Erlösung der Auserwählten lediglich zu Gottes Wohlgefallen oder war sie notwendig um seiner Gerechtigkeit und Heiligkeit genüge zu tun?

Folgendes kann als Argument für die Notwendigkeit der Genugtuung vorgebracht werden:

  1. Eine unnötige Genugtuung steht im Gegensatz zu Güte, Weisheit und Heiligkeit Gottes.
  2. Eine unnötige Genugtuung schwächt die Betonung ab, welche die Schrift auf die große Liebe Gottes in der Hingabe seines Sohnes legt.
  3. Christi Genugtuung war eine Bekanntmachung der Gerechtigkeit Gottes, die nicht umgestoßen werden kann (Röm 3,25).
  4. Tieropfer konnten Sünde nicht sühnen (Hebr 10,1+4+11). Dies konnte nur das Opfer Christi.
  5. Aus Hebr 10,26 lässt sich schließen, dass für Vergebung ein Opfer notwendig ist.
  6. Die notwendige Genugtuung Christi verherrlicht die Eigenschaften Gottes.
  7. Die notwendige Genugtuung Christi fördert christliche Frömmigkeit.
  8. Die notwendige Genugtuung Christi schmälert keine von Gottes Eigenschaften.

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