25 Nov 2008
Witsius III.1: Über den Bund Gottes mit den Auserwählten.
Die Parteien, die sich im Bund der Gnade gegenseitig verpflichten sind Gott und die Auserwählten. Von sündigen Menschen muss Gott in diesem Bund als in Sich selber in allem genügsam angesehen werden. Er ist barmherzig und gnädig gegenüber dem sündigen Menschen (2.Mose 34,6-7). Er ist gerecht darin, mit Sündern in eine Beziehung zu treten. Seine Weisheit befähigt ihn mit Sündern in Beziehung zu treten, weil er dadurch genau weiß wie er eine heilsame Beziehung eingehen kann (Eph 3,10).
Die Auserwählten müssen als verlorene, elende Sünder betrachtet werden (Tit 3,4-5). Sie werden von Gott zu Gnade und Herrlichkeit erwählt und sie sind diejenigen, für die Christus starb.
Die Rollen, die Vater, Sohn und Heiliger Geist bei der Erlösung von Menschen spielen werden ‘haushälterische’ (economic) Rollen der Dreieinigkeit genannt.
- Der Vater, als der hauptsächliche Urheber der Erlösung (2.Kor 5,19) berief die Erwählten dazu seine Erben und Miterben seines Sohnes zu sein (Röm 8,17).
- Der Sohn ist der Mittler, Erblasser und Austeiler (Joh 10,28) aller Segnungen, die durch sein Einschreiten erworben wurden.
- Der Geist wendet die Segnungen auf die Auserwählten an, bestätigt und versiegelt sie.
Der Bund mit den Auserwählten ist auf die unsichtbare, geistliche Gemeinschaft des Gnadenbundes beschränkt. In diesem Teil des Bundes ergehen Verheißungen an sie. Die Erlösung selber und die Mittel dazu werden ihnen versprochen (Jer 31,33). Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass im Bund der Gnade die Auserwählten Segnungen aufgrund von Verheißungen erhalten, die Verworfenen aber, die mit Gott im Bund stehen erhalten als Flüche Folge.
Zwischen den Verheißungen im Bund der Werke und denen im Bund der Gnade gibt es wichtige Unterschiede:
- Im Bund der Werke wurde nur Ewiges Leben verheißen
- Im Bund der Gnade werden Ewiges Leben UND die Mittel es zum Empfangen verheißen
Es gibt Bedingungen um die Segnungen des Bundes der Gnade zu erhalten. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, das Wesen einer Bedingung zu definieren: Eine Bedingung ist die Handlung, welche, wenn sie ausgeführt wird, dem Menschen das Recht auf Belohnung gibt. Entsprechend dieser Definition gibt es im Bund der Gnade keine Bedingung. Kein Mensch hat das Recht auf die Belohnung. Der Bund der Gnade ist ein einseitiger Bund, der auf souveräne Weise von Gott verwaltet wird. Was auch immer als Bedingung erdacht werden kann, es ist alles in der Gesamtheit der Verheißungen eingeschlossen. Daher sind diese “Bedingungen” nicht so sehr Bedingungen des Bundes sondern der vielmehr Bedingungen der Gewissheit, dass wir im Bund bleiben.
Die Rolle des Glaubens im Bund der Gnade ist als Mittel zur Gewissheit sehr wichtig. Ewiges Leben wird alles verheißen, die glauben genauso wie es denen verheißen war, die im Bund der Werke gehorchten. Der Glaube kann als nicht rechtmäßig eine Bedingung genannt werden. Der Glaube ist die Art und Weise, das Instrument oder Mittel wodurch wir die Verheißungen des Ewigen Lebens erhalten. Der Unterschied zwischen Gehorsam im Bund der Werke und Glaube im Bund der Gnade besteht im Unterschied zwischen ‘geben’ und ‘empfangen’. Dennoch gibt es immer noch Drohungen im Bund der Gnade. Diese werden vom Gesetz abgeleitet, aus dem jeder Fluch hervorgeht.


Im Bund der Werke wurde nur Ewiges Leben verheißen
Im bund der Werke werden auch irdische verheißungen gegeben das Land Gesundheit usw. oder liege ich da Falsch
math1as
November 27th, 2008 at 10:26permalink
Lieber math1as,
Danke für deinen Kommentar. Mit “Bund der Werke” ist in diesem Beitrag nur der Bund gemeint, den Gott bei der Schöpfung mit Adam schloß (siehe dazu die vorhergehenden Posts). In der Gegenüberstellung, auf die du in deinem Kommentar Bezug nimmst, geht es grundsätzlich um den Unterschied zwischen diesem Werkebund (manche nennen ihn auch den Schöpfungsbund) und dem Gnadenbund. Im Werkebund musste Adam zur Erlangung des Ewigen Lebens die Gebote halten, die Gott ihm gab. Der Werkebund hat also eine Bedingung, die von Adam erfüllt werden musste.
Beim Gnadenbund ist das anders. Dort wird uns verheißen, dass ein Anderer (nämlich der Christus) an unserer Stelle den nötigen Gehorsam leistet. Die Gerechtigkeit, die er damit erworben hat wird uns durch den Glauben (das verheißene Mittel) geschenkt.
Irdische Verheißungen gehören in erster Linie in den Mosaischen Bund, der zwar in Beziehung zum Werkebund steht, aber nicht mit ihm verwechselt werden sollte (Dazu mehr in einem späteren Beitrag).
viraureus
November 27th, 2008 at 18:06permalink