1 Nov 2008

Was ist Bundestheologie?

Erstellt von Matthias Viraureus

(von J. Ligon Duncan, leicht angepasst, englisches Orginal hier )

Bundestheologie ist das Evangelium im Zusammenhang von Gottes ewigem Plan der Gemeinschaft mit seinem Volk, und dessen historische Auswirkungen im Bund der Werke und der Gnade (sowie in den verschiedenen, fortschreitenden Phasen des Bundes der Gnade). Bundestheologie erklärt die Bedeutung des Todes Christi im Licht der Fülle biblischer Lehre über die göttlichen Bündnisse, untermauert unser Verständnis in Bezug auf das Wesen und den Gebrauch der Sakramente, und bietet die vollständigste Erklärung für die Gründe unserer Gewissheit.

Mit anderen Worten: Bundestheologie ist die Art der Bibel folgende Dinge zu erklären und unser Verständnis dieser Dinge zu vertiefen:

1. Das Sühneopfer (Die Bedeutung des Todes Christi)
2. Gewissheit (Die Grundlage unserer Zuversicht Gemeinschaft mit Gott zu haben und uns an seinen Zusagen zu erfreuen)
3. Die Sakramente (Zeichen und Siegel von Gottes Bundesversprechen – was sie sind und wie sie wirken)
4. Die heilsgeschichtliche Kontinuität ( der einheitliche Plan von Gottes Erlösung)

Bundestheologie ist auch eine Hermeneutik, ein Ansatz um die Schrift zu verstehen – Ein Ansatz, der versucht die Einheit biblischer Offenbarung auf biblische Weise zu erklären.

Als Jesus den Stellenwert Seines Todes seinen Jüngern erklären wollte, gebrauchte er die Lehre der Bündnisse (siehe Mt 26; Mk 14; Lk 22; 1.Kor 11).

Als Gott Abraham die Gewissheit seines Versprechens versichern wollte, gebrauchte er den Bund (1. Mose 12, 15, 17).

Als Gott sein Volk absondern, sein Werk in ihrem Gedächtnis verwurzeln, sich selbst greifbar in Liebe und Barmherzigkeit offenbaren und ihr zukünftiges Erbe bestätigen wollte, gab Er die Zeichen des Bundes ( 1.Mose 17; 2.Mose 12, 17, 31; Mat 28; Apg 2; Lk 22)

Als Lukas den frühen Christen zeigen wollte, dass das Leben und der Dienst Jesu die Erfüllung von Gottes historischen Absichten mit seinem erwählten Volk waren, gebrauchte er die Bündnisse und zitierte Sacharja’s Prophetie. Dies zeigt, dass die Gläubigen dieser „Jesus-Bewegung“ in den frühen Tagen Jesus und sein messianisches Werk als Erfüllung (nicht als „Plan B“) von Gottes Bund mit Abraham verstanden (Lk 1,72-73).

Als der Psalmist und der Schreiber des Hebräerbriefes zeigen wollten, wie Gottes Heilsplan geordnet ist und auf welcher Grundlage er sich in der Geschichte entfaltet, gebrauchten sie die Bündnisse (siehe Psalm 78,89; Hebräer 6-10).

Bundestheologie ist keine Antwort auf den Dispensationalismus, sondern existierte lange bevor die Ansätze des klassischen Dispensationalismus im 19. Jahrhundert zusammengetragen wurden.

Bundestheologie ist weder eine Entschuldigung um Kinder zu taufen, noch lediglich eine Übereinkunft um eine bestimmte Herangehensweise an die Sakramente zu rechtfertigen (z.B. Tauf-Wiedergeburts-Lehre).

Bundestheologie ist nicht sektiererisch, sondern ein ökumenisch-reformierter Ansatz die Bibel zu verstehen, entwickelt in der Zeit der Erwachens der maßgebenden Reformation, aber mit Wurzeln, die zurück in die frühen Tagen der katholischer Christenheit reichen und ist geschätzt in allen verschiedenen Bereichen der reformierten Gemeinschaft (Baptisten, Kongregationalisten, Independentisten, Presbyterianer, Anglikaner, und Reformierte).

Bundestheologie kann nicht darauf reduziert werden allein als Rechtfertigung für eine bestimmte Sicht der Kinder im Bund zu dienen, oder für eine bestimmte Art von Eschatologie, oder für eine bestimmte Erziehungsphilosophie (Heimunterricht, christliche Schulen oder klassische Schulen). Bundestheologie ist größer und wichtiger als das.

„Die Lehre des Bundes liegt im Zentrum aller wahrer Theologie. Es wurde gesagt, das derjenige, der die Unterscheidung zwischen dem Bund der Werke und dem Bund der Gnade gut versteht, ein Meister der Theologie sei. Ich bin überzeugt, dass die meisten Fehler, die Menschen in Bezug auf die biblischen Lehren machen, auf einen fundamentalen Irrtum hinsichtlich des Bundes des Gesetzes und der Gnade zurückzuführen sind. Möge Gott uns nun die Kraft zur Unterweisung schenken, und möget ihr mit der Gnade beschenkt werden, Unterweisung auf diesem wichtigen Gebiet zu empfangen.“ Wer hat dies gesagt? C. H. Spurgeon – der große englische Baptistenprediger! Sicherlich ein Mann jenseits unseres Verdachts heimlich den ahnungslosen evangelikalen Mengen eine presbyterianische Ansicht der Sakramente zu liefern.

Bundestheologie entspringt aus dem trinitarischen Leben und Werk Gottes. Gottes Bundesgemeinschaft mit uns hat die inner-trinitarischen Beziehungen zum Vorbild und reflektiert diese. Das gemeinsame Leben, die Gemeinschaft der Personen der Heiligen Dreieinigkeit, was Theologen Perichoresis und Circumincessio nennen, ist der Archetyp der Beziehung, die der gnädige Bundesgott mit Seinem auserwählten und erlösten Volk hat. Gottes Hingabe im Ewigen Bund der Erlösung findet seine raum-zeitliche Verwirklichung im Bund der Gnade.

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2 Responses to “Was ist Bundestheologie?”

  1. [...] Matthias Viraureus hat eine Zusammenfassung. [...]

     
  2. [...] [Anmerkung: Auch heute noch lehne ich die Substitutionstheologie ab, vertrete jedoch dezidiert die reformierte Bundestheologie, welche nur ein Volk Gottes zu allen Zeiten - sowohl in Kontinuität, wie Diskontinuität - [...]

     

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