13 Dez 2008
Witsius III.7: Über den Glauben / Die Auswirkungen des Glaubens.
Wenn wir über Glauben reden, sprechen wir über die Kenntnis der Dinge, die geglaubt werden müssen. Erkenntnis muss ein Teil des Glaubens sein, sonst kann der Glaube nicht existieren. Die Schrift bezeugt, dass der Glaube mit Erkenntnis zu tun hat (Jes 53,11; Joh 17,3; Hebr 2,4; Joh 6,69; 2.Tim 1,3). Das Wesen des Glaubens selbst schreibt ein Wissen vor, denn die Zustimmung zu etwas setzt ein Wissen voraus.
Der Glaube wird von außen durch die Predigt des Wortes und innerlich durch die Unterweisung des Heiligen Geistes geweckt. Die Menge an Erkenntnis ist von Glaubendem zu Glaubendem unterschiedlich. Wenn die Erkenntnis wächst wird auch der Glaube gestärkt.
Was muss man wissen, um gerettet zu werden?
Die Dinge die zur Errettung geglaubt werden müssen sind:
- das göttliche Wesen der Schrift,
- bestimmte Wahrheiten in Bezug auf die Erlösung in Christus,
- Wissen um die eigene Sünde und
- Christus als der einzige Retter.
Die Erlösung, durch das Verständnis dieser Dinge aufgezeigt, wird durch Glauben erlangt. Der Glaube ist somit die Zustimmung zu und die Überzeugung von den Wahrheiten des Evangeliums (Hebr 11,1). Es bedeutet eine wahre Überzeugung auf Grundlage der Wahrheit Gottes. In dieser Beziehung sollten die Menschen eine Liebe zur Wahrheit (2.Thes 2,10) und ein Hunger und Durst nach Christus haben.
Was ist nicht-rettender Glaube?
Man kann einen geschichtlichen Glauben haben, der theoretisch ist oder in eine bloßen Zustimmung besteht. Vorübergehender Glaube bezieht das Herz ein, aber nur für eine bestimmte Zeit. So sieht nicht-rettender Glaube aus.
Was ist also der Unterschied?
Nicht-rettender Glaube sieht nicht die Schönheit der Wahrheit, liebt sie nicht und führt nicht zur Selbstprüfung. Die „Freude“ im nicht-rettenden Glauben liegt in der Neuartigkeit und der Seltenheit der Wahrheit. Diese Freude bringt aber die Liebe Gottes und die entsprechenden Früchte nicht hervor.
Auch wenn es heuchlerischen Glauben in Menschen gibt, so ist Glaubensgewissheit dennoch möglich (2.Tim 1,12; 2.Kor 13,5). Man muss sich selbst hinsichtlich der Auswirkungen des Glaubens überprüfen, damit sie durch die Verheißungen Gottes bestätigt werden. Manchmal haben Gläubige Zweifel. Gründe dafür können sein:
- falsches Verständnis von rettendem Glauben,
- Unfähigkeit die Taten des eigenen Herzens auf angemessene Weise wahrzunehmen oder
- ständiges Vergleichen des eigenen Glaubens mit dem angestrebten Niveau.
Wenn wir wahre Gewissheit erlangen, entsteht daraus Dankbarkeit gegenüber Gott. Daraus entspringt auch wunderbarer Trost für uns selber, Frömmigkeit und Gehorsam.

