16 Dez 2008

Witsius III.8: Über Rechtfertigung.

Erstellt von Matthias Viraureus

Was besagt das Wort „rechtfertigen“?
Wenn wir es im normativen Sinn benutzen, so bedeutet es „verrechnen, erklären, oder erweisen“ (Ps 82,3; 5.Mose 25,1; Spr 17,15; Jes 5,22-23; Ps 51,4; Mt 11,19; Lk 7,29). Es wird auch im Zusammenhang von bestimmten Taten von Menschen gebraucht (Ps 106,30-31; Jer 3,11; Hes 16,31). Es wird in Bezug auf den Zustand eines Menschen gebraucht. Im Sinne einer hilfreichen Definition für die Erlösung meint „rechtfertigen“ „eine richterliche, aber auch gnädige Tat Gottes, wodurch der auserwählte und gläubige Sünder von der Schuld seiner Sünde freigesprochen wird, und aufgrund des Gehorsams Christi ein Recht auf ewiges Leben zuerkannt bekommt. Dies wird durch Glauben empfangen.
Gott ist der Richter, der einen Sünder gerecht spricht. Gott der Vater (Röm 8,33; Jes 43,25; Jak 4,12; Röm 3,6), Gott der Sohn (Joh 5,22+27; Mt 9,2) und der Geist wendet die Erlösung auf die Gläubigen an und versiegelt sie (1.Kor 5,21). Es gibt nichts, was wir zur Gerechtigkeit Christi für unsere Rechtfertigung hinzufügen (Gal 2,21).

Die Art der Rechtfertigung besteht in der Entbindung von Ungerechtigkeit und der Zuerkennung von Gerechtigkeit, was die Vergebung der Sünden und das Recht auf ewiges Leben einschließt. Das Werkzeug, durch das wir die Gerechtigkeit Christi und die Rechtfertigung empfangen ist allein der Glaube (Gal 2,16; Röm 3,28). Wir werden nicht in dem Sinn durch Glauben gerechtfertigt, dass der Glaube den Gehorsam ersetzt, denn der Glaube ist genau genommen keine Bedingung für die Rechtfertigung. Die reformierten Bekenntnisse drücken das im bestimmten Sinn anders aus. Der Glaube ist nicht ein Werk, das die Rechtfertigung verdient. Vielmehr ist die Bedingung für Rechtfertigung vollkommener Gehorsam (der in Christus erfüllt ist).

 

Die Überzeugung der Reformierten sieht so aus: Der Glaube rechtfertigt,

  • weil es das Band der engsten Einheit mit Christus darstellt, durch das alles was Christus gehört auch in unseren Besitz übergeht
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  • weil er die Annahme des angebotenen Geschenkes darstellt, und somit die Schenkung fest und unwiederufbar macht.
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In der Anwendung der Lehre von der Rechtfertigung wird die Herrlichkeit Gottes, seine Güte, Gerechtigkeit und Weisheit gezeigt. Sie sollte dazu führen, dass der Sünder alles Rühmen aufgibt (Jes 64,6; 1.Kor 4,7).

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