4 Jan 2009

Calvin und die Doppelte Prädestination

Erstellt von Matthias Viraureus

Die (neu gestalteten) LebensQuellen sprudeln von Artikeln über dieses umstrittene Thema:

Unzweideutig äußern sich unsere Vorväter im Glauben durch die Bekenntnisse zum Thema:

Westminster Bekenntnis (Artikel 3):

Durch den Ratschluß Gottes sind zur Offenbarung seiner Ehre einige Menschen und Engelf zum ewigen Leben vorherbestimmt und andere zum ewigen Tod verordnetg.


f1Tim 5,21: “Ich bezeuge ernstlich vor Gott, Christus Jesus und den auserwählten Engeln, daß du diese Dinge ohne Vorurteil verfolgen und nichts nach Gunst tun sollst.”

Mt 25,41: “Dann wird er auch zu denen zur Linken sprechen: Geht fort von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das fürden Teufel und seine Engel bereitet ist!” [Es gibt erwählte und verfluchte Engel.]

gRöm 9,22-23: “(22) Wenn aber Gott, der seinen Zorn erweisen und seine Macht kundtun wollte, mit vieler Langmut die Gefäße des Zorns ertragen hat, die zum Verderben geschaffen wurden - (23) und damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Begnadigung kundtue, die er zur Herrlichkeit vorher bereitet hat …”

Eph 1,5-6: “(5) … und uns vorherbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus für sich selbst nach dem Wohlgefallen seines Willens, (6) zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns in dem Geliebten [= Jesus] begnadigt hat.”

Spr 16,4: “Der Herr hat alles für sich [oder: zu seinem Zweck] gemacht, auch den Gottlosen für den Tag des Unglücks.”

Die Lehrregel von Dordrecht (1619) - 1. Lehrsatz - Artikel 6: 

Daß Gott einigen in der Zeit den Glauben schenkt, anderen aber nicht, geht aus seinem ewigen Ratschluß hervor; denn ihm sind alle seine Werke von Ewigkeit her bekannt (Apg. 15,18); und: Er wirkt alle Dinge nach dem Ratschluß seines Willens (Eph. 1,11). Nach diesem Ratschluß erweicht er gnädig die Herzen der Auserwählten, obwohl sie hart sind, und neigt sie gnädig zum Glauben; diejenigen aber, die nicht erwählt sind, beläßt er nach seinem gerechten Urteil in ihrer Bosheit und Hartherzigkeit. Und hier erschließt sich uns besonders die tiefe, barmherzige und zugleich gerechte Unterscheidung der Menschen, die alle gleich verderbt sind, oder der Ratschluß der Erwählung und Verwerfung, im Worte Gottes geoffenbart. Es ist ein Ratschluß, den verkehrte, unreine und schwankende Menschen zu ihrem Verderben verdrehen, der aber den heiligen und gottesfürchtigen Seelen einen unaussprechlichen Trost gewährt.  

Niederländisches Bekenntnis: Artikel 16 – Von der göttlichen Vorherbestimmung

Wir glauben, dass Gott, nachdem die ganze Nachkommenschaft Adams so durch die Schuld des ersten Menschen in Verderben und Untergang gestürzt war, sich so gezeigt und bewährt habe, wie er wahrhaft ist, nämlich barmherzig und gerecht1. Barmherzig2 nämlich, indem er von der Verdammnis und dem Untergange diejenigen befreite und erlöste, welche er in seinem ewigen und unveränderlichen Ratschlusse aus reiner und unverdienter Güte durch Jesum Christum, unsern Herrn3, erwählte, ohne irgendeine Rücksicht auf gute Werke derselben4. Gerecht aber, indem er andere in ihrem Falle und ihrer Verderbnis ließ, wohinein sie sich selbst gestürzt haben5. Auf diese Weise zeigt er, dass er ein barmherziger und milder Gott sei denen, die er errettet hat, ohne es ihnen schuldig zu sein, wie er sich auch als gerechter Richter zeigt, indem er seine gerechte Strenge gegen die übrigen kundtut. Und dabei fügt er ihnen kein Unrecht zu. Denn dass er einige erlöst hat, geschieht nicht deshalb, weil sie besser sind als die anderen, die alle einem gewissen Untergange verfallen sind, bis Gott sie ausscheidet und sie befreit nach seinem ewigen und unabänderlichen Ratschluß, der in Jesu Christo begründet ist, bevor die Welt geschaffen worden ist. Niemand kann daher nach dieser Ansicht zu dieser Herrlichkeit durch sich selbst gelangen, da wir von uns selbst nicht imstande sind, etwas Gutes zu denken, wenn nicht Gott uns durch seine Gnade und reine Güte zuvorkommt; so sehr ist unsre Natur verdorben.

1) Röm. 9, 18. 22. 23

2) Röm. 9, 15. 16; 11, 32

3) Eph. 1, 4; Röm. 8, 29; 1. Petr. 1, 2; 1. Sam. 12, 22; Ps. 65, 5; Mal. 1, 2; Apg. 13, 48; 2. Tim. 2, 19

4) Röm. 9, 11. 12. 21; 11, 5. 6; Eph. 2, 8-10; 2. Tim. 1, 9; Tit. 3, 4. 5; Ps. 100, 3; 1. Joh. 4, 10

5) Röm. 9, 17. 18; 2. Tim. 2, 20

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