18 Jan 2009
Witsius IV.4: Über den Dekalog.
Die Übergabe der Zehn Gebote an die Menschen bedeutet eine große Offenbarung von Gottes Charakter. Es ist die Dreieinigkeit (Gott), die als Gesetzgeber anerkannt werden muss. Mose war ein Diener Gottes (5.Mo 33,4; 5,4-6; 3.Mo 26,46; Mal 4,4; Joh 1,17). Der Zeitpunkt liegt fünfzig Tage nach dem Auszug und der Ort war der Berg Sinai (5.Mo 5,2; 2.Mo 3,1). Der Übergabeakt des Gesetzes wurde von Zeichen begleitet: Donner, Blitze, Rauch und Erdbeben (2.Mo 19,16-18; 5.Mo 4,11; Hebr 12,18). Gott gab das Gesetz auf diese Weise um die Majestät des Gesetzgebers zu verkündigen und um im Volk Gottesfurcht zu wecken, damit sie gehorchen (2.Mo 20,20). Das Gesetz bestand in zehn Worten (2.Mo 34,18; 5.Mo 4,13). Es bestand in der Vorschrift von Plichten, welche für den Fall von Ungehorsam Gericht androhten, das sich aus dem Bund der Werke ableitete. Die Verheißungen dieses Gesetz für den Fall des Gehorsams leiteten sich aus dem Bund der Gnade ab. Als Gott es Mose übergab war es von dem Finger Gottes geschrieben und wurden „Tafeln des Zeugnisses“ genannt (2.Mo 24,12; 31,18; 34,29; 5.Mo 9,10)
Der Dekalog entspricht dem Naturgesetz und ist daher immer bindend. Die Urheberschaft Gottes fordert uns auf zu gehorchen. Es gibt nur eine Gemeinde, ein Königreich, ein König, und ein Gesetz, das für alle bindend bleibt (Eph 2,14; Röm 11,17). Auch das NT bestätigt, dass das Gesetz bindend ist (Mt 5,17; Röm 13,9; Jak 2,8-11; Eph 6,2). Die Anwendungen des Gesetzes werden entweder in ihm selbst sichtbar oder sind absolut. Es ist eine Darstellung von Tugend, Güte und Heiligkeit, und zeigt den Weg auf, wie der Mensch herrliche Gemeinschaft mit Gott haben kann (3.Mo 18,5; Röm 7,10). Und doch ist das Gesetz immer noch ein Befehl Gottes bis zum Schmerz des Todes. Im Zustand des Menschen vor dem Fall war es die Regel für den Gehorsam. Im gefallenen Zustand ist es dazu da, die Sünde aufzudecken, den Menschen von seiner Sünde zu überführen (Röm 3,20) und zu Christus zu bringen. Es macht uns klar, was Christus an unserer Stelle tun musste.
Der Dekalog war ein Bund und wird auch so genannt (2.Mo 34,28; 5.Mo 5,2; 4,13; 9,9). Dieser Bund beinhaltet Bedingungen (2.Mo 19,5-6) und Verheißungen (2.Mo 20,12). Die Lehre in Bezug auf das Gesetz des Werkebundes wurde in dieser neuen Verkündigung wiederholt, damit die Leute, von Sünde überführt, zu Christus getrieben wurden. Diese Verwaltung sollte nicht mit einem formalen Werkebund gleichgesetzt werden. Auch Paulus betrachtet den Mosaischen Bund nicht als „Werke“, denn dies wäre eine Umkehrung des Bundes.


Begründet er auch, warum die Dreieinigkeit als Gesetzgeber anerkannt werden muss?
Andy
Januar 19th, 2009 at 11:48permalink
Hi Andy,
Danke für den Kommentar. Ich denke meine Übersetzung war leider missverständlich. Ich habe den Satz jetzt angepasst. Es geht Witsius darum zu sagen, dass der Dekalog nicht eine menschliche Erfindung, sondern – wie im ersten Satz gesagt wird – eine Offenbarung Gottes ist. Es soll wohl auch ausgesagt werden, dass es der gleiche (dreieinige) Gott ist, wie wir ihn aus dem Neuen Testament genauer kennen (vgl. Gnostik: Demiurg vs. Vater Jesu Christi)..
Viele Grüße,
Matthias
Matthias Viraureus
Januar 19th, 2009 at 12:30permalink
Danke für die schnelle Antwort.
Es wäre schön mal was über die Dreieinigkeit zu lesen, dachte ich mir. Aber sicherlich wirst du nach der Verax Konferenz im März drüber schreiben wollen, oder?
lG
Andy
Andy
Januar 19th, 2009 at 13:36permalink
Im Zusammenhang der Konferenz würde es sich sicherlich anbieten…
Solange kann ich dir eine Schrift des Tertullian, nämlich “Adversus Praxean” als Bettlektüre empfehlen.
Ein Grosse(r) Kirchengeschichtedozent würde mir sicherlich zustimmen
Matthias Viraureus
Januar 19th, 2009 at 13:57permalink