31 Jan 2009

Witsius IV.8: Über die Beschneidung

Erstellt von Matthias Viraureus

Es ist überaus wichtig die göttliche Einsetzung der Beschneidung zu verstehen, weil sie ein Zeichen des Bundes Gottes im Fleisch Seines Volkes war und zu den geistlichen und kraftvollen Realitäten im Tod Christi hinführt. Die Beschneidung wurde zuerst bei Abraham und seinem ganzen Haushalt (1.Mo 17) eingesetzt. Im materiellen Sinn war sie nur für Männer, die Frauen wurden zu ihnen aber als Bundesmitglieder hinzugerechnet, weil ihr Same durch das (beschnittene) männliche Fortpflanzungsorgan hindurchging. Der Grund für die Beschränkung des Zeichens auf Männer war zu zeigen, dass die Erlösung nicht von dem Zeichen abhängt. Die Beschneidung konnte von jedem durchgeführt werden und fand am achten Tag nach der Geburt statt.
Die Notwendigkeit der Beschneidung wird darin sichtbar, dass eine Verweigerung der Beschneidung zum Ausschluss aus dem Volk führte (1.Mo 17,14). Dies heißt nicht, dass Säuglinge, die nach dem achten Tag als Unbeschnittene starben verloren gehen. Die Realitäten hinter dem Zeichen sind nicht an die Handlung selbst gebunden.

Die geistliche Bedeutung der Beschneidung lag darin, dass sie ein Zeichen und Siegel des Bundes Gottes mit Abraham war (1.Mo 17,11; Röm 4,11). Drei geistliche Realitäten werden durch die Beschneidung gelehrt:

  1. unser Elend,
  2.  

  3. unsere Erlösung und
  4.  

  5. unsere Zurückgabe von Dankbarkeit.
  6.  

Die Beschneidung sollte „ein ewiger Bund“ sein, der auf das Ende dieses Zeitalters oder auf das Kommen des Messias hinweisen sollte. Witsius sagt: „Die Beschneidung war das Zeichen und das Siegel dieses Bundes; sodass alle, die sich ,entsprechend der Vorschrift Gottes, ordnungsgemäß ihr unterordnen, feierlich von Gott selbst zu Teilhabern der abrahamitischen Verheißungen erklärt wurden. Zugleich bekannten sie öffentlich, dass sie durch einen lebendigen Glauben die Verheißung des Messias empfangen haben, und von ihm allerlei Segnungen erwarteten. Daher wurde die Beschneidung das Siegel ihrer Glaubensgerechtigkeit (Röm 4,11)“. Der Grund, warum sie abgeschafft wurde war, dass sie auf etwas verwies, was in Fülle kommen sollte (Kol 2,17). Die Beschneidung war das Zeichen der Wiedergeburt, das im Tod Christi erfüllt werden würde. Also war ein blutiges Opfer nach Christus nicht mehr nötig, obwohl die geistlichen Realitäten hinter der Beschneidung in jedem Kind, wenn es wiedergeboren wird, vor Gott fortdauern. Se war Teil der Trennwand zwischen Jude und Heide, die von Christus abgeschafft wurde (Eph 2,15; Gal 5,6). Sie wurde aber nicht unmittelbar abgeschafft, sonden schrittweise, was die Kontinuität und nicht die Diskontinuität im Gnadenbund beweist.

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