12 Feb 2009

Witsius IV.12: Über die Unvollkommenheiten, die fälschlicherweise dem AT zugeschrieben werden.

Erstellt von Matthias Viraureus

Einige Leute bringen falsche Anklagen über das Alte Testament vor. Zum Beispiel sagen manche, dass es keine wahren oder beständigen Auswirkungen der Erlösung im Alten Testament gäbe. Christus gab den Gläubigen jedoch auch schon im mosaischen Zeitalter wirkliche Segnungen in und durch die bildlichen Vorschattungen. Eine Haushaltung, die sich in manchen Aspekten verändert ist nicht automatisch in allen Belangen veränderbar. Wir sollten zwischen Erlösung und der Verheißung der Erlösung unterscheiden und nicht zwischen Erlösung und vorübergehende Auswirkungen. Die Verheißung Christi reicht aus, um den alttestamentlichen Gläubigen die ewige Erlösung zu schenken, andernfalls würde das AT überhaupt nicht über Christus und Erlösung reden.

Die Beschneidung des Herzens (oder die Wiedergeburt) ist eine neutestamentliche Segnung, die eigentlich zum Bund der Gnade gehört, und daher im Alten Testament schon existierte (5.Mo 30,6 bezieht sich auf einen Zeitraum innerhalb des AT).

 

Manche sagen, der Vorgang, dass das Gesetzes auf das Herz geschrieben wird, sei eine neutestamentliche Segnung. Dies stimmt nicht. Gläubig im AT hatten das Gesetz auf dem Herzen geschrieben (Ps 119,11+16+47). Sie liebten Gott ohne Furcht und mit äußerster Freude, was voraussetzt, dass das Gesetz auf ihren Herzen geschrieben steht..

Andere sagen, es gäbe keine echte Vergebung der Sünde im AT. Dies steht jedoch im Widerspruch zu den Worten der Schrift im AT (Ps 130,4; 32; 103; 51; 2.Mo 34,7; vgl.: Jak 2,21; Röm 4,2-3). Selbst Jesus vergab Sünden bevor er am Kreuz starb, also zu einer Zeit, die rechtmäßig noch zum AT gerechnet werden muss (Mt 9,2).
Der Unterschied zwischen AT und NT bezieht sich auf die wirkliche Übertragung der Sünden auf Christus und die effektive Sühung der Sünde durch Christus. Es ist weder eine Frage von Zeit, noch von Wirksamkeit.

Manche sagen, die Adoption wäre eine neutestamentliche Segnung, sie existiert jedoch schon im AT (Hiob 34,36; Jes 63,16; vgl.: Gal 4,4-7). Gläubige des AT wurden als junge Kinder betrachtet und behandelt, unterschieden sich also daher nicht wesentlich von Dienern. Dies steht aber einer wirklichen Adoption nicht entgegen.

 

Weiter gibt es Menschen, die behaupten, dass der Friede im Gewissen eine neutestamentliche Segnung sei. Die Schrift bestätigt aber, dass Gläubige im AT schon ein befriedetes Gewissen besaßen (Ps 3,5; 4,3; 17,15). Ihre Sünde war vergeben – sie hatten Frieden. Sie hatten nicht den Frieden, der von dem vollkommen bezahlten Lösegeld ausgeht, doch ihr Friede lag in dem Bewusstsein, dass sie es nicht zu zahlen haben und dass der Messias es eines Tages tun würde. Sie waren genauso sehr unter dem Zorn Gottes und der Macht der Sünde, wie wir es im NT sind. Der Unterschied liegt allein im vollbrachten Werk Christi, auf das wir zurückblicken, währen sie es noch erwarteten.

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