7 Apr 2009

Christus im Zentrum der Predigt – Seit 1532

Erstellt von Matthias Viraureus

Durch einen englischen Blog bin ich heute auf ein sehr spannendes Dokument aus der Reformationszeit gestoßen. Es handelt sich dabei um die Beschlüsse der Synode von Bern aus dem Jahre 1532. Das Dokument wird auch “Berner Synodus” genannt und kann bei Googlebooks kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden. Wie für Dokumente aus dieser Zeit üblich, ist das Schriftstück in einer schönen Frakturschrift gesetzt und trotz des Alters noch relativ gut verständlich.

Das Kapitel 6 gebe ich hier trotzdem (hoffentlich einigermaßen korrekt) modernisiert wieder:

Eine Christliche Predigt handelt vollkommen von Christus und ist aus Ihm.

Gott hat stets sich und die Erkenntnis seiner selbst an wirkliche Taten und Zeichen sozusagen angebunden und solche Figuren Schatten und Vorbilder alle auf Christus Jesus hin gedeutet. Er ist in diesen letzten Tagen erschienen, hat seinen Lauf im Fleisch vollbracht, ist gen Himmel gefahren und offenbart sich täglich bei den Gläubigen im Heiligen Geist. Es gibt ein einzigartiges Geheimnis das gleichermaßen den Vater und Christus betrifft. So kann auch den Vater niemand erkennen, außer durch den Sohn. Also ist es höchst notwendig, dass alle Diener Gottes und Verkündiger des Reiches Christi den einzigen Herren Christus Jesus flüssig predigen, dessen Erkenntnis alles übertrifft. Deshalb sollen wir einander treu ermahnen, damit wir Diener Christi einzig und allein diesen, unseren Herrn predigen, auf welchem der ganze Rat Gottes ruht. Damit wir nie erfunden werden als Gesetzprediger oder sonst weltliche Prediger, die da uns unsere eigenen Vernunftsgedanken lehren und als solche Diener vom Herren verworfen werden.

Möge uns der Herr eine große Schar von Predigern erwecken, um die Kanzeln unseres Landes und der ganzen Welt mit Seinem Evangelium zu füllen. Wir brauchen keine Moralapostel und Werbefachmänner, die uns das erzählen, was wir uns auch schon selber denken können. Was wir Sünder brauchen ist Jesus Christus – geboren, gelitten, gekreuzigt, gestorben, begraben, auferstanden, erhöht und wiederkommend zum Gericht (in Anlehnung an das Apostolicum).

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