Was bedeutet es, heilig zu sein? Heiligkeit ist das, was von leichtfertigem und allgemeinen, aber besonders von einem weltlichen Gebrauch abgesondert ist (3.Mo 20,26; 2.Kor 6,17). Es bezeichnet das, was für Gott und zu Seinem Dienst geweiht, oder ausgesondert wurde (2.Mo 30,29; 19,5; 1.Chr 23,13). Heiligkeit meint das, was Rein ist. Hinsichtlich der gegenwärtigen Untersuchung meint Heiligung das wirkliche Handeln Gottes, wodurch diejenigen, welche erwählt, wiedergeboren und gerechtfertigt wurden, beständig immer mehr von der Verderbtheit der Sünde zur Reinheit des göttlichen Bildes umgestaltet werden.
Es gibt einen Unterschied zwischen Heiligung und dem Wirksamen Ruf. Die Folge des Wirksamen Rufes ist die Einheit mit Christus. Die Auswirkung der Heiligung ist die Ausübung von heiligen Gewohnheiten und von heiligem Benehmen. Der Unterschied zwischen Heiligung und Rechtfertigung ist, das Rechtfertigung eine richterliche Handlung ist, die in einer entsprechenden Veränderung des Zustandes seinen Ausgang findet. Nämlich Freiheit von Bestrafung und ein Recht auf Leben.
Heiligung ist ein Wirken, das den Zustand in Bezug auf die Eigenschaften von Gewohnheiten und Taten verändert. Grob gesagt bezieht sie sich auf die Erlösung des ganzen Menschen. Genau gesagt meint es die obige Definintion.
Der Verlauf oder das Werk der Heiligung besteht zuerst darin, den „alten Menschen“ abzulegen oder zu kreuzigen (Kol 2,9; Eph 4,22). Der zweite Schritt besteht im Anlegen oder in der Belebung des „neuen Menschen“ (Kol 3,10; Eph 4,24). Die drei Aspekte des christlichen Lebens umfassen Gnade, Glaube und Liebe, aber das Ziel oder der Zweck von Heiligkeit ist die Ehre Gottes (1.Kor 10,31).
Die Mittel der Heiligung sind das Wort Gottes und andächtiges Nachsinnen darüber (Joh 17,17). Es muss täglich gelesen, in der Predigt gehört, behalten, eingeschätzt und in Zeiten der Anfechtung angewandt werden. Hinsichtlich der Reichweite der Heiligkeit können wir nicht bis zur Vollkommenheit in diesem Leben gelangen (die Lehre der Vollkommenheit – 1.Kön 8,46; Pred 7,28; Spr 20,9; Jak 3,2; 1.Joh 1,8).
Der Grund für Unvollkommenheit ist das innewohnende Fleisch oder die inwendige Verdorbenheit (Gal 5,17; Röm 7,15-16). „Fleisch“ bezieht sich auf die verbleibende Verdorbenheit, die den ganzen Menschen (Körper und Seele), hauptsächlich aber die Seele selbst betrifft. Der innere Kampf wird nicht zwischen Körper und Seele, sondern zwischen heiligender Gnade und der zurückbleibenden natürlichen Verdorbenheit ausgefochten.
Gott schenkt uns keine Vollkommenheit in diesem Leben, um den Unterschied zwischen Himmel und der Erde aufzuzeigen, uns Geduld, Demut und Mitleid zu lehren, uns klar zu machen, dass Errettung allein aus Gnade geschieht, und um die Weisheit Gottes zu demonstrieren. Es ist eine allmähliche Vervollkommnung, die wir bis zur Verherrlichung nicht im äußersten Maße erreichen werden.